Sprchförderkonzept

Konzept zu Sprachfördermaßnahmen 15.11.2017

Sprachfördermaßnahmen vor der EinschulungKinder, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen, sollen laut § 54 a NSchG seit 1.8.2003 bereits ein Jahr vor der Einschulung besonderen Unterricht zum Erwerb oder zur Verbesserung der deutschen Sprache erhalten. Im April / Mai des Jahres vor der Einschulung werden die Kinder in der Schule angemeldet und es werden die Sprachkenntnisse nach einem landesweit einheitlichen Verfahren festgestellt.

Anhand des vom Niedersächsischen Kultusministerium herausgegebenen normierten Testverfahrens werden der passive Wortschatz, das Aufgabenverständnis sowie der aktive Wortschatz überprüft. Anhand der Ergebnisse können erste Förderschwerpunkte gesetzt und in Absprache mit den Kitas Kinder mit ähnlichen Förderschwerpunkten in kleinen Lerngruppen zusammengefasst werden. Im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung erhalten diese Kinder Sprachförderunterricht von Lehrkräften unserer Schule, der sowohl im Vormittags- als auch im Nachmittagsbereich liegen kann.

Im Einzugsgebiet unserer Schule liegt die Zahl der zu fördernden Schüler zwischen 15 und 20 Kindern. Viele dieser Kinder mit ausländischen Wurzeln sind schon in Deutschland geboren, beherrschen allerdings nur eingeschränkt die deutsche Sprache, besonders, wenn zu Hause nur die Muttersprache gesprochen wird. In Folge der „Flüchtlingszüge“ zogen einige Eltern mit ihren Kindern erst zur Einschulung oder im laufenden Schuljahr hierher und die Kinder konnten noch kein Wort Deutsch.


Unsere Grundschule arbeitet mit zwei Kindergärten im Wohngebiet zusammen:

 Kindertagesstätte Sankt Ansgar

 Kindertagesstätte St. Maria zum Frieden



Die Fördermaßnahmen werden stets in der vertrauten Umgebung des Kindergartens durchgeführt. Dies bietet die Möglichkeit, mit den täglichen Dingen und in den bekannten Räumen handelnd in Kommunikationsprozesse einzusteigen und den Kindern Wege zu ersparen. Die prozessgeleitete Wortschatz- und Strukturerweiterung in authentischen Situationen steht im Mittelpunkt.

Die Sprachförderung wird von erfahrenen Lehrkräften durchgeführt, die an entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen haben.

Mit den Kindergärten wurde vereinbart, dass die vor Ort vorhandenen Spiele, die sich zur Sprachförderung eignen, zur Verfügung gestellt werden. Vom Grundschuletat wurden ebenfalls Lehrwerke und Sprachspiele angeschafft.

In erster Linie wird mit dem Sprachförder-Konzept des Finken-Verlags mit folgenden Lernmaterialien gearbeitet:

Vorkurs zur DaZ-Box (Deutsch als Zweitsprache)

 DaZ-Box (Sprachförderung/Deutsch als Zweitsprache)

 „Erzähl mir was" (Lernspiele zur Sprachförderung)

 Bildkarten zur Sprachförderung (Verlag an der Ruhr)

Die Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes wird in Entwicklungsbögen individuell dokumentiert. Es finden Übergabegespräche, Sprachentwicklungsgespräche und ein regelmäßiger Austausch zwischen den Sprachförderkräften der Schule und den Erzieherinnen und Erziehern der Kindertagesstätten statt.



Sprachfördermaßnahmen im SKG und allen Klassen 1 bis 4

2.1 Allgemeine Sprachförderung

Die tägliche Gestaltung des Lernens und Arbeitens im Rahmen des Fachunterrichts bietet vielerlei Sprechanlässe durch sachorientiertes Kommunizieren der Kinder untereinander oder mit Erwachsenen, z.B. Lehrkräften die Sprache und Sprachfähigkeit der Kinder zu fördern (sprachsensibler Unterricht). In unterschiedlichen Unterrichtssituationen (Kreisgesprächen, Gruppengesprächen, Präsentationen, Referaten) stellen sie Fragen, hören genau zu, setzen Informationen in Handeln um und erweitern dadurch ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Die Lehrkräfte fungieren hier als gutes Sprachvorbild. Soweit möglich und angemessen wird besonders bei Kindern, deren Sprachentwicklung in Teilen noch förderbedürftig ist, das Prinzip des „positiven sprachlichen Feedbacks“ angewendet.

Vom ersten Schultag an werden die Kinder angeleitet, selbst „Geschichten“ zu schreiben, auch wenn die Möglichkeiten zum Schreiben von Buchstaben und Wörtern zunächst noch begrenzt sind.



2.2 Gezielte Sprachfördermaßnahmen

Sprachfördermaßnahmen finden im Schulalltag auf verschiedenen Ebenen statt.

Zu Beginn des Schuljahres wird die Lernausgangslage der Erstklässler zunächst durch gezielte Beobachtung festgestellt. Dabei entsteht ein erster Eindruck ihrer individuellen sprachlichen Gewohnheiten und Kompetenzen. Entsprechend den Untersuchungsergebnissen, den Beobachtungen im Unterricht und den sich daran anschließenden Elterngesprächen werden die Kinder in Form der Binnendifferenzierung individuell gefördert. Dies geschieht sowohl im Rahmen einer Kleingruppenförderung als auch falls notwendig durch Einzelförderung. Im Rahmen der über das Schuljahr verteilten obligatorischen Pädagogischen Konferenzen besteht die Möglichkeit zum Austausch der Lernfortschritte und der noch ausstehenden Bedürfnisse über die sprachlichen Förderung. Daraufhin werden weitere Maßnahmen geplant und durchgeführt.

Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf „Sprache“ werden im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung durch Förderlehrkräfte unterstützt. Sie stellt ihnen ggf. entsprechend ihrer Bedürfnisse ausgewählte Lernangebote und Materialien zur Verfügung. Dies geschieht in der Regel im Rahmen der Einzelförderung.

Bei Kindern, die bereits sprachtherapeutische Versorgung hatten oder noch haben, nehmen die Klassenlehrer und/oder die Förderlehrer mit Genehmigung der Erziehungsberechtigten Kontakt mit den betreffenden Logopäden auf, um ihre Fördermaßnahmen bestmöglich abzustimmen und in die Bereiche des Deutschunterrichts zu integrieren.





2.3 Förderung durch Lesemütter

In vielen Klassen sind Lesemütter tätig, die einzeln oder in kleinen Gruppen mit den Kindern lesen und sprechen und so individuell auf das Kind zugeschnittene Fördermöglichkeiten nutzen.





2.4 Sprachförderung durch den Sozialdienst Katholischer Männer (SKM)

Der SKM Meppen erteilt im Rahmen eines Sprachförderprojektes für Kinder mit Migrationshintergrund zurzeit 6 Stunden Sprachförderunterricht durch ehrenamtliche Helfer. Das Konzept ist angefügt.

Eine weitergehende Sprachförderung (Sprachförderung Deutsch als Zweitsprache) im Verlauf der gesamten Grundschulzeit ist seit einigen Jahren aufgrund der Flüchtlingswellen und des Zuzuges aus anderen Staaten nötig geworden. Entsprechend werden zusätzliche Lehrerstunden im Sinne eines Zusatzbedarfs beantragt.



3.Sprachförderkonzept Deutsch als Zweitsprache

Stand: Schuljahr 2017/18

Bezug/ Rahmenbedingungen: Erlass „Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ vom 01.07.2014

Ausgangslage/ Ziele

Im Schuljahr 2017/2018 besuchen 22 Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache unsere Schule, die ohne oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen zu uns kamen. Es handelt sich hierbei um Kinder, die mit ihren Familien aus verschiedenen Ländern (Iran, Syrien, Afghanistan Montenegro, Tschetschenien, Mazedonien, Rumänien, Bulgarien,…) aufgrund der politischen oder wirtschaftlichen Lage nach Deutschland geflüchtet sind. Diese Kinder sollen weitestgehend altersgerecht beschult werden und benötigen gesonderte Sprachfördermaßnahmen, um am Regelunterricht erfolgreich teilnehmen zu können.


Prinzipien

Jedes Kind soll nach seinen Fähigkeiten individuell gefördert werden (siehe auch obiger Bezugserlass).



Maßnahmen/ Umsetzung

Bei Ankunft der Kinder:Willkommenskultur

Feststellung des Herkunftslandes, der Sprachkenntnisse (Muttersprache, etc.), insbesondere Feststellung des Sprachvermögens der deutschen Sprache mit Hilfe der Instrumente des Gesprächs und der Sprachfeststellungsbögen für zukünftige Erstklässler ggf. unter Einbeziehung eines Dolmetschers (Schulleitung)

Zuteilung in eine Klasse unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Klassen; sind andere Kinder der gleichen Muttersprache dort, die den Einstieg erleichtern können? (Schulleitung)Weiteres Vorgehen:Kinder in Ruhe „ankommen“ lassen, in Absprache mit der Klassenlehrerin Planung weiterer Schritte:Organisation binnendifferenzierter Förderung innerhalb der Klasse; Bereitstellung individualisierter Materialien, die nach Anleitung durch z.B. Förderlehrkraft und /oder Ehrenamtliche selbstständig bearbeitet werden können.Aufnahme in eine klassenübergreifende, jahrgangsbezogene Kleingruppe und Förderung DAZ in 2-4 Stunden pro Woche durch Lehrkraft der Schule ( Materialien: Finken Verlag Sprache erwerben, Xa-Lando Training Deutsch)

Ständiger Austausch über die Sprachentwicklung und Integration zwischen allen Beteiligten



Geplante Schritte:Suche nach einem Sprachfeststellungsverfahren speziell für Kinder ohne Deutschkenntnisse Bündelung der Förderungsplanung in der Hand einer oder weniger Verantwortlicher und Erarbeitung einer geeigneten Dokumentation der Sprachlernentwicklung. Gegebenenfalls Anschaffung von entsprechenden Lehrwerken

Gegebenenfalls Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen (DaZ) der zuständigen Lehrkraft/ Lehrkräfte

Zusammenhang zum Orientierungsrahmen:

Qualitätsbereiche 2 und 3Zusammenhang zum Leitbild:

Leitsätze: 1,3,5,7


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