Freeidach is Plattdach“

Landesweite Plattaktion gestartet

Die landesweit von verschiedenen Trägern organisierte Aktion „Frijdag is Plattdag“ zur Förderung der plattdeutschen Sprache ist gestartet. An der Meppener Marienschule gab es zum Auftakt neben zahlreichen akustischen Hörproben auch Infos zum Einsatz des Plattdeutschen im Unterricht. Ab sofort findet an jedem Freitag des Monats September die Veranstaltungsreihe „Freeidach ist Plattdach“/„Frijdag is Plattdag“ (Freitag ist Plattdeutschtag) statt. Die Auftaktveranstaltung für den Bereich der Emsländischen Landschaft in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim fand am Freitag, dem 02.09.16 in der Grundschule Marienschule Meppen im Beisein von Schulleiterin Beate Pophanken und unter der Beteiligung der Schüler der „Platt-AG“ unter der Leitung von Angelika Telgenkämper statt. Die Grundschüler waren mächtig stolz, dass sie sich auf Platt vorstellen konnten. „Ick bünn nägen Jaohr old. Mein Naome is Fenja, un ick waohne in Meppen“, hieß es von einer Schülerin, für die das Plattdeutsch eine schöne Sprache ist. Und die neunjährige Charlotte ergänzte: „Ick proote masse Platt mit mien Opa.“ Die zehnjährige Reem, die arabisch- und deutschsprachig aufgewachsen ist, lernt mit Platt bereits ihr drittes Idiom. „Wo is et mit de Biggen?“, fragte sie, und Telgenkämper erklärte: „In mien Plattdütschk-AG kaomt sücke lustige Fraogen oft vöör. Daor möökt datt Platt lern die Schäulkers richtig Spaoß“. Telgenkämper sagte, dass das Interesse an der plattdeutschen Sprache in der Marienschule immer größer werde. Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft, lobte den Cuxhavener Schulrat Manfred Kück, der die Idee zu dieser Aktion des Plattdeutschen gehabt und umgesetzt habe. Bröring legt besonders Wert darauf, dass das Plattsprechen nicht nur in den Schulen stattfinde, sondern und ganz besonders auch in Kneipen, in der Öffentlichkeit oder im Restaurant und in Behörden. Dazu sei es notwendig, immer wieder auf die positiven Aspekte der Zweisprachigkeit wie zum Beispiel das leichtere Erlernen weiterer Sprachen hinzuweisen. Wichtiges Kulturgut „Die Wissenschaft hat die positiven Aspekte der Mehrsprachigkeit oft genug herausgestellt“, unterstrich Bröring die Tatsache, dass „in zunehmenden Maße in der Öffentlichkeit die Regionalsprachen als wichtiges Kulturgut begriffen“ werden. Linda Wilken, beim Verein zuständig für die Aktion „Freeidach is Plattdach“, erläuterte die verschiedensten Plattdeutschaktionen, die an den Freitagen des Septembers im ganzen Landschaftsgebiet zusätzlich angeboten werden – vom Rudelsingen im Tierpark Nordhorn über News up Platt der Ems-Vechte-Welle bis hin zum Improvisationstheater „Platt up Zack“ in Spelle. Albert Rötterink, Vorsitzender des Graofschupper Plattproater-Kring (Emlichheim), überreichte Telgenkämper einen Ordner mit vielen Ideen zum plattdeutschen Schulunterricht. Dass auch die Niedersächsische Landesschulbehörde es ernst meint mit der Plattdeutschen Sprache, das verdeutlichte Gabriele Plümer-Stevens, Lehrerin an den BBS Papenburg und Beraterin der Landesschulbehörde für die Plattdeutsche Sprache in der Region Bentheim-Emsland. Sie rief auf, sich bei Fragen zum Plattdeutschunterricht oder zu Plattdeutsch-AGs an sie zu wenden.